Krankenkasse für Grenzgänger: KVG oder SSN, Prämien 2027

Vor Ablauf der drei Monate

Wer im Tessin arbeitet und in Italien wohnt, muss sich in der Schweiz nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) versichern, ausser er beantragt, im italienischen Gesundheitsdienst SSN (Servizio sanitario nazionale) zu bleiben. Das Gesuch geht innert drei Monaten nach Arbeitsbeginn an das Beitragsamt in Bellinzona. Wer die Frist verstreichen lässt, bleibt im KVG, und in der Regel gilt die Wahl auch für die nicht erwerbstätigen Angehörigen.

Es ist einer der ersten Entscheide als neuer Grenzgänger und einer der wenigen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen. 2027 zahlt eine erwachsene Person mit Wohnsitz in Italien je nach Krankenkasse 307 bis 509 Franken im Monat für die Grundversicherung nach KVG, eine vierköpfige Familie 755 bis 1’305 Franken. Im SSN gibt es keine Prämie, doch für bisherige Grenzgänger hat das italienische Gesetz einen Beitrag von bis zu 200 Euro im Monat eingeführt, den die Lombardei erheben möchte. Wir stellen die Regeln des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und des Kantons Tessin neben die tatsächlichen Prämien für Personen mit Wohnsitz in Italien und gehen auf einen Fall ein, der eine Familie teuer zu stehen kommt: die Geburt.

Wer zwischen KVG und SSN wählen kann

In der Schweiz richtet sich die Krankenversicherung nach dem Arbeitsort. Die Seite des BAG zu Grenzgängerinnen und Grenzgängern sagt es ohne Umschweife: Wer in der Schweiz arbeitet, muss sich und seine nicht erwerbstätigen Familienangehörigen in der Schweiz gegen Krankheit versichern. Die Pflicht beginnt mit dem Arbeitsverhältnis und endet mit ihm.

Mit den vier Nachbarstaaten hat die Schweiz allerdings Sonderregelungen vereinbart. Laut dem Merkblatt der Gemeinsamen Einrichtung KVG, der Stelle, die solche Gesuche für mehrere Kantone bearbeitet, steht das Optionsrecht Grenzgängern zu, die in Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich wohnen und in der Schweiz angestellt oder selbstständig erwerbstätig sind. Wer in einem anderen EU-Staat wohnt, hat keine Wahl und muss sich in der Schweiz versichern. Wer in der Lombardei oder im Piemont lebt und einen Ausweis G hat, kann also zwischen zwei Wegen wählen.

Von selbst greift die Option aber nicht. 2015 hat das Bundesgericht entschieden (Urteil 9C_801/2014), dass die Einschreibung im SSN allein nicht genügt: Es braucht ein formelles Gesuch um Befreiung. Das Informationsschreiben des BAG vom 20. April 2015 fasst es so zusammen: «Eine sogenannte stillschweigende Ausübung des Optionsrechts ist gemäss dem Bundesgerichtsurteil nicht rechtsgültig.» Daraus folgt zweierlei. Wer nie ein Gesuch gestellt hat, ist nach Gesetz im KVG versicherungspflichtig. Und wer auf formelles Gesuch hin befreit wurde, darf sich nicht mehr in der Schweiz versichern. Deshalb kommt es auf den Zeitpunkt der Wahl an.

Die Frist von drei Monaten: ab wann sie läuft

Die Frist beträgt drei Monate und beginnt mit der Arbeit in der Schweiz. Das Merkblatt des Tessiner Sozialversicherungsinstituts (Istituto delle assicurazioni sociali, IAS; Merkblatt nur auf Italienisch) zählt die drei Monate ab Beginn des Arbeitsvertrags; das Merkblatt, das die Gemeinsame Einrichtung KVG für Basel-Stadt verwendet, zählt sie dagegen ab Gültigkeit der Bewilligung. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie ab dem ersten Arbeitstag rechnen und nicht warten, bis der Ausweis G per Post kommt.

Der Kanton nennt einen zweiten Fall: Wer mit Wohnsitz im Tessin gearbeitet hat und dann nach Italien zieht, aber die Stelle behält, hat drei Monate ab dem Wegzug aus der Schweiz. Und er hält fest, was geschieht, wenn man nichts tut: Verstreicht die Frist ungenutzt, bleibt die Krankenversicherungspflicht automatisch in der Schweiz.

Die Frist gilt auch in die andere Richtung, und das sollten Sie wissen. Wer im KVG bleibt, muss sich innert derselben drei Monate einer Schweizer Krankenkasse anschliessen. Laut BAG kann, wer das versäumt, von Amtes wegen einer Krankenkasse zugewiesen werden; ist die Verspätung nicht entschuldbar, kommt ein Prämienzuschlag für verspäteten Beitritt dazu, und Behandlungen vor dem Beitrittsdatum muss man selbst bezahlen. Wer die drei Monate verstreichen lässt, landet also ohnehin im KVG, nur auf dem teureren Weg.

In zwei weiteren Situationen ist die Wahl noch einmal möglich. Bei der Geburt eines Kindes kann, wer im KVG ist, innert drei Monaten den Wechsel zum SSN beantragen (dazu unten mehr, denn das hat seinen Preis). Und bei der ersten Pensionierung mit einer Schweizer Rente gibt es ein eigenes Optionsrecht, das bei der Gemeinsamen Einrichtung KVG in Olten beantragt wird. Ein Stellenwechsel gehört dagegen nicht zu den Fällen, die der Kanton aufzählt: Wenn Sie darauf setzen möchten, lassen Sie sich das vorher vom Beitragsamt bestätigen.

So beantragen Sie die Befreiung im Tessin

Im Tessin geht das Gesuch an das Sozialversicherungsinstitut, Beitragsamt, Bereich Versicherungspflicht: Istituto delle assicurazioni sociali, Ufficio dei contributi, Settore obbligo assicurativo, Via Ghiringhelli 15a, 6501 Bellinzona. Die Liste der kantonalen Stellen, die das BAG im September 2026 aktualisiert hat, nennt die Nummer 091 821 91 11 und die E-Mail-Adresse obbligo@ias.ti.ch. Wer in Graubünden oder im Wallis arbeitet, wendet sich dagegen an die Gemeinde.

Für die Befreiung müssen Sie nachweisen, dass Sie bei Krankheit sowohl in Italien als auch bei einem Aufenthalt in der Schweiz oder in einem anderen EU-Staat versichert sind: So verlangt es Artikel 2 Absatz 6 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV), auf den das Merkblatt der Gemeinsamen Einrichtung verweist. Das Meldeformular, das sie für die Kantone verwendet, die ihr die Kontrolle übertragen, verlangt eine Kopie der Bewilligung und einen aktuellen Nachweis der gesetzlichen Versicherung, für Sie und für die nicht erwerbstätigen Angehörigen. Das Tessin bearbeitet die Gesuche selbst; fragen Sie deshalb in Bellinzona nach, welche Unterlagen es braucht. Amtssprache im Tessin ist Italienisch, und ein schriftliches Gesuch kann kurz sein:

Oggetto: richiesta di esenzione dall’obbligo LAMal (diritto di opzione)

Sono frontaliere, residente a [Comune] in Italia, impiegato dal [data] presso [datore di lavoro, località in Ticino]. Chiedo l’esenzione dall’obbligo di assicurazione malattie in Svizzera per me e per i miei familiari senza attività lucrativa [nomi e date di nascita], per restare assicurati nel Servizio sanitario nazionale italiano. Allego copia del permesso G e la prova dell’iscrizione al SSN.

Sinngemäss schreiben Sie: Sie sind Grenzgänger mit Wohnsitz in Italien, seit einem bestimmten Datum bei einem Tessiner Arbeitgeber angestellt, und beantragen für sich und Ihre nicht erwerbstätigen Angehörigen die Befreiung von der Schweizer Krankenversicherungspflicht, um im SSN zu bleiben; beigelegt sind der Ausweis G und der Nachweis der SSN-Einschreibung. Bewahren Sie den Befreiungsentscheid beim Arbeitsvertrag auf. Da sich die Wahl nicht ändern lässt, ist er Ihr Beleg, dass Sie rechtzeitig entschieden haben, und Sie brauchen ihn vielleicht noch viele Jahre später.

Was die Krankenkasse nach KVG bei Wohnsitz in Italien kostet

Wer in Italien wohnt, zahlt nicht die Prämien von Lugano oder Mendrisio, sondern jene, die für Italien gelten. Das erklärt die Seite des BAG zu den Prämien EU/EFTA/UK: Jede Krankenkasse berechnet für jeden Staat eine eigene Prämie, nach den Kosten in diesem Staat, und nur rund ein Drittel der Schweizer Krankenversicherer bietet diese Versicherung an. Für Italien führt die offizielle Prämienübersicht 2027, die im Oktober erschienen ist, 14 Krankenkassen auf.

Die Unterschiede sind gross. 2027 zahlt eine erwachsene Person ohne Unfalldeckung zwischen 306.90 Franken im Monat (Helsana) und 509.40 Franken (Visana), der Median liegt bei rund 434 Franken. Für ein Kind reicht die Spanne von 70.60 bis 203.70 Franken. Wer vor Januar zu arbeiten beginnt, zahlt bis Dezember die Prämien 2026, die für Erwachsene bei jeder Krankenkasse gleich hoch oder tiefer sind: 279 bis 487.20 Franken. Wir rechnen mit den Prämien ohne Unfalldeckung, weil Angestellte in der Regel bereits über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert sind; mit Unfalldeckung steigt die Prämie um einige Dutzend Franken, zum Beispiel von 306.90 auf 330 Franken.

Balkendiagramm der KVG-Monatsprämien 2027 bei Wohnsitz in Italien: 1 Erwachsener 307 bis 509 Franken, Erwachsener mit Kind 378 bis 652, zwei Erwachsene und zwei Kinder 755 bis 1’305. SSN-Beitrag 28 bis 185 Franken (30 bis 200 Euro)
KVG-Prämien 2027 ohne Unfalldeckung bei Wohnsitz in Italien, von der günstigsten bis zur teuersten der 14 Krankenkassen, und Spanne des SSN-Beitrags. Unsere Berechnung nach der BAG-Prämienübersicht EU/EFTA/UK 2027 und dem Dekret vom 14.11.2025.

Für eine Familie vervielfacht sich die Rechnung, denn im KVG zahlt man pro Kopf, und im häufigsten Fall sind alle bei derselben Krankenkasse. 2027 kosten zwei Erwachsene und zwei Kinder 755 bis 1’304.60 Franken im Monat: Bei der günstigsten Kasse sind das 9’060 Franken im Jahr. Zur Prämie kommt die Kostenbeteiligung an den Behandlungen, also Franchise und Selbstbehalt: Fragen Sie Ihre Krankenkasse, wie sie diese bei Behandlungen in Italien anwendet.

Es gibt auch Unterstützung. Die Schweiz gewährt Versicherten in bescheidenen Verhältnissen mit Wohnsitz in der EU eine Prämienverbilligung, und bei Grenzgängern ist laut BAG der Kanton des Arbeitsorts zuständig. Die Prämien ändern jedes Jahr, und die Übersicht für die EU erscheint im Herbst: Prüfen Sie vor der Wahl der Krankenkasse jene für das Jahr, in dem Sie arbeiten werden.

Die italienische «Gesundheitssteuer»: wer den Beitrag schuldet und wie viel

Der SSN kennt keine Prämie, doch für einen Teil der Grenzgänger hat Italien einen Beitrag vorgesehen. Das Haushaltsgesetz 2024 (legge 213 del 2023, Artikel 1, Absatz 237) verpflichtet drei Gruppen, der Wohnsitzregion einen Kostenbeitrag an den SSN zu zahlen: die bisherigen Grenzgänger nach Artikel 9 des Steuerabkommens, die sich für den SSN entschieden haben, ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen sowie in Italien wohnhafte Personen, die in der Schweiz arbeiten und sich dort aufhalten und dabei den SSN nutzen. Die neuen Grenzgänger, die bereits die italienische Einkommenssteuer Irpef zahlen, wie wir im Artikel zu den Steuern der Grenzgänger erklären, gehören nicht zur Gruppe der bisherigen Grenzgänger.

Die Beträge legt das Dekret des italienischen Gesundheitsministeriums vom 14. November 2025 (auf Italienisch) fest, veröffentlicht im italienischen Amtsblatt vom 18. Dezember 2025. Jedes Jahr bestimmen die Regionen und die Provinz Bozen einen Satz zwischen 3 und 6 % des in der Schweiz bezogenen Nettolohns, progressiv nach Einkommen und Familienlasten, mit einem Minimum von 30 und einem Maximum von 200 Euro pro Arbeitsmonat. Wer nicht zahlt oder keine Meldung macht, riskiert den doppelten Betrag. Das Dekret wendet den Beitrag ab dem Jahr 2024 an, und das Geld fliesst in das Gesundheitswesen der Grenzgebiete, in erster Linie an Ärzte und Pflegepersonal.

Wann tatsächlich gezahlt wird, ist allerdings noch offen. In einer Medienmitteilung vom 30. Juni 2026 schreibt die Tessiner Regierung, die Lombardei sei die einzige Region, die den Beitrag erheben wolle, allenfalls rückwirkend ab 2024, und sie habe das Wirtschaftsministerium in Rom gebeten, ihn auf 2027 zu verschieben. Der Kanton betrachtet die Abgabe als Steuer, die den Steuerabkommen widerspricht, und hat die Überweisung von 50’221’177 Franken aus den Ausgleichszahlungen 2026 an die Lombardei ausgesetzt. Im April hatte der lombardische Regionalminister Massimo Sertori laut RSI den Mindestsatz von 3 % angekündigt: 120 Euro im Monat bei 4’000 Euro netto.

Im Vergleich mit den Prämien bleibt der Beitrag selbst im Maximum tiefer. Zum Referenzkurs der EZB vom 19. Oktober 2026, 0.9261 Franken pro Euro, entsprechen die 200 Euro der Obergrenze 185 Franken, weniger als die 306.90 Franken, die die günstigste Krankenkasse 2027 für eine einzige erwachsene Person verlangt. Und die Obergrenze gilt pro Arbeitsmonat, nicht pro Kopf wie die Schweizer Prämie. Für alle, die sich vor Jahren für den SSN entschieden haben, bleibt der Vergleich ohnehin theoretisch: Wer befreit wurde, kann nicht ins KVG zurück, um dem Beitrag auszuweichen.

Familienangehörige: wer der Wahl des Grenzgängers folgt

Nicht erwerbstätige Angehörige folgen fast immer der Wahl des Grenzgängers. Das Merkblatt des IAS zu den unterhaltsberechtigten Angehörigen, auf das auch das BAG verweist, unterscheidet drei Fälle. Arbeiten nur Sie, folgt die ganze Familie Ihrer Wahl: Mit dem SSN bleiben alle in Italien versichert, mit dem KVG sind alle in der Schweiz versichert, und zwar bei derselben Krankenkasse. Arbeitet Ihr Ehepartner in Italien oder bezieht er eine italienische Rente, bleiben die Kinder in Italien versichert, und mit dem KVG sind nur Sie in der Schweiz versichert.

Schema. Nur der Grenzgänger arbeitet: Die Familie folgt seiner Wahl, SSN oder KVG. Ehepartner arbeitet in Italien: Mit dem KVG ist nur der Grenzgänger in der Schweiz. Beide im Tessin: Jeder wählt, die Kinder folgen einer einzigen Wahl
Wo nicht erwerbstätige Angehörige je nach Wahl des Grenzgängers versichert sind, in den drei vom Kanton beschriebenen Fällen. Unser Schema nach dem Merkblatt des Tessiner Sozialversicherungsinstituts.

Der dritte Fall betrifft Paare, die beide im Tessin arbeiten. Jeder übt sein eigenes Optionsrecht aus: Wählen beide den SSN, bleibt die Familie in Italien versichert; wählen beide das KVG, kommen die Kinder zur Krankenkasse eines Elternteils. Wählt einer die Schweiz und der andere Italien, entscheiden die Eltern, wo die Kinder versichert sind, und zwar für alle gemeinsam: Ein Kind in der Schweiz und ein anderes in Italien zu versichern, ist nicht möglich. Der Kanton warnt zudem, dass sich diese Wahl für die Kinder später nicht mehr ändern lässt.

Die Geburt eines Kindes und die Rechnung für die Entbindung

Bei der Geburt eines Kindes kann, wer im KVG versichert ist, das Optionsrecht erneut ausüben, innert drei Monaten nach der Geburt. Das klingt nach einem bequemen Ausweg, doch der Kanton weist auf eine Folge hin, die man leicht übersieht. Wer den SSN wählt, wechselt ab dem Tag der Geburt: Die Schweizer Krankenkasse beendet den Vertrag am Vortag, und deshalb, so das IAS, übernimmt sie allfällige Kosten der Entbindung nicht.

Ein Paar im KVG, das ein Kind erwartet, muss also vor der Geburt entscheiden, wo das Kind zur Welt kommt und wer die Kosten trägt. Der Kanton empfiehlt, die Frage vorher mit der italienischen Gesundheitsbehörde (azienda sanitaria) zu klären. Wer nach der Geburt im KVG bleibt, hat dafür die Prämie des Kindes zusätzlich auf der Rechnung, 2027 je nach Krankenkasse 70.60 bis 203.70 Franken im Monat.

Vor dem ersten Arbeitstag

Die Wahl zwischen KVG und SSN bereiten Sie besser vor der Unterschrift vor als danach. Rein nach den Kosten sprechen die Zahlen 2027 für neue Grenzgänger für den SSN: keine Prämie pro Kopf, und der Beitrag aus dem Haushaltsgesetz 2024 betrifft die bisherigen Grenzgänger. Aus unserer Sicht ergibt das KVG vor allem für jene Sinn, die sich in der Schweiz mit einer Schweizer Versicherung behandeln lassen wollen und die Prämie für jedes Familienmitglied einrechnen. So oder so lohnt es sich, die Rechnung für Ihre eigene Familie zu machen, mit der Prämie Ihrer Krankenkasse und, falls Sie als bisheriger Grenzgänger schon im SSN sind, mit dem Satz, den Ihre Region festlegen wird.

Danach bleiben drei einfache Schritte. Tragen Sie am ersten Arbeitstag das Ende der drei Monate in die Agenda ein. Schicken Sie in den ersten Wochen das Befreiungsgesuch nach Bellinzona oder wählen Sie eine KVG-Krankenkasse, ohne auf den Ausweis zu warten. Und wenn in der Familie ein Kind unterwegs ist, sprechen Sie vor der Geburt mit der Gesundheitsbehörde, nicht danach. Das kostet wenige Minuten und erspart Ihnen Jahre an Prämien oder eine Spitalrechnung, die niemand bezahlen will.

Häufige Fragen

Kann ich nach einigen Jahren im SSN in die Schweizer Krankenversicherung wechseln?
In der Regel nicht. Das Bundesamt für Gesundheit hat Krankenversicherer und Kantone daran erinnert, dass sich eine Person, die auf formelles Gesuch hin befreit wurde, nicht mehr in der Schweiz versichern darf. Bevor Sie auf einen Wechsel zählen, etwa nach einem Umzug, lassen Sie sich das vom Beitragsamt in Bellinzona schriftlich bestätigen.
Haben selbstständige Grenzgänger ein Optionsrecht?
Ja. Die Gemeinsame Einrichtung KVG nennt als Wahlberechtigte die Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, die in der Schweiz angestellt oder selbstständig erwerbstätig sind. Es gelten dieselbe Frist von drei Monaten und derselbe Nachweis der Versicherung in Italien.
Wohin geht das Befreiungsgesuch bei einer Stelle in Graubünden oder im Wallis?
An die Gemeinde. Laut der Liste der zuständigen Stellen vom September 2026 ist in Graubünden und im Wallis die Wohnsitz- oder Aufenthaltsgemeinde für Befreiungsgesuche zuständig, bei Grenzgängern die Gemeinde des Arbeitsorts. Das Tessin dagegen sammelt alle Gesuche beim Beitragsamt in Bellinzona.
Müssen Grenzgänger mit KVG den italienischen Gesundheitsbeitrag zahlen?
Nein. Das italienische Haushaltsgesetz 2024 sieht ihn für bisherige Grenzgänger vor, die sich für den SSN entschieden haben, und für ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen. Wer im KVG versichert ist, zahlt bereits die Schweizer Prämie, und neue Grenzgänger gehören nicht zu dieser Gruppe.
Gibt es eine Prämienverbilligung für Grenzgänger?
Ja, für Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen. Laut Bundesamt für Gesundheit ist bei Grenzgängern der Kanton des Arbeitsorts zuständig, bei einer Stelle im Tessin also das kantonale Sozialversicherungsinstitut. Wer Anspruch hat und wie viel er erhält, legen die kantonalen Regeln fest.

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